Samstag, 22. August 2009

Abschied (Прощание)

Die Zeit für den Abschied ist deutlich schneller gekommen als erwartet. Vier Wochen waren im Nu vorbei und eine sehr schöne Zeit ist am Ende angekommen. Nach den zwei Stunden Schlaf im Anschluss an die Museumsnacht gab es ein köstliches Festmahl mit Mutter und Vater von Mascha. Und ganz zuletzt lernte ich auch noch eine Tradition von Russen kennen: bevor man auf eine größere Reise aufbricht, setzt sich die gesamte Reisegesellschaft eine ungewisse Zeit lang hin und schweigt. Es soll sozusagen Glück bringen.

Nach einer ewig langen Fahrt am Flughafen angekommen. Zwischendurch alle wichtigen Plätze, Gebäude, Sehenswürdigkeiten noch einmal im Schnelldurchlauf gesehen. Ein gemeinsames Foto zuletzt.
Die Zeit wird knapp. Abschied.

Der Stress der Globalisierung steht mir bevor: Gürtel ablegen, Schuhe ausziehen, Notebook einzeln aus dem Rucksack nehmen etc. Grausam! Nach einer halben Ewigkeit sitze ich im Flugzeug neben einem älteren Ehepaar, das sichtlich Probleme mit dem Fliegen hat. Nun ja. Merkwürdiges Gefühl, nach so einer langen Zeit allein zurück auf dem Weg nach Deutschland zu sein. Es war eine unglaubliche Zeit und trotzdem freue ich mich, wieder in meiner Heimat zu sein.

Nun gut, der Flug verläuft problemlos, wir landen superpünktlich in Düsseldorf. Die Hitze erschlägt mich erstmal, als ich im Terminal stehe. Meine Mum ruft mich an, es ist ein bisschen stressig, denn kaum bin ich Deutschland, lese ich schon wieder: "X ist gesperrt. Nutzen Sie bitte Y, um zu Z zu gelangen." Dafür muss man Y natürlich finden ... Am Ende ist alles gut gegangen, von Düsseldorf Flughafen bis Berlin Hauptbahnhof fahre ich durchgängig ICE. Dort ist allerdings schon abzusehen, dass mein IC deutlich später in Dresden ankommt, als geplant. Also lasse ich mich problemlos (ein Lob an die DB) einen Taxigutschein ausstellen, da die S-Bahn um die späte Uhrzeit nicht mehr fährt.

1.00 Uhr MESZ. Ich stehe in meinem Internatszimmer 1.1.3, nur Thomas ist auf meiner Etage noch wach und bin wieder da. Sehr merkwürdiges Gefühl. Sowohl positiv als auch negativ, weil zurücklassen einer schönen Zeit. Nun, so ist es eben. Den letzten Monat schlage ich auch noch tot, wenn auch nicht mit einem besonders guten Zeugnis, aber alles in allem hat es sich gelohnt.

Bis bald, Russland.

PS: An dieser Stelle endet der Blog noch immer nicht. In den nächsten Tagen werde ich noch ein paar Berichte über Maschas Aufenthalt in Deutschland liefern, inklusive Bilder. Es handelt sich dabei um die Wartburg, Weimar mit KZ Buchenwald, Dresden und Meißen, Leipzig, Zwickau und Berlin.

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