Samstag, 16. Mai 2009

Museumsnacht (Ночь Музеев)

Hallihallo,

ja, ich habe es endgültig geschafft, mich noch einmal aufzuraffen und die letzten drei Blog-Einträge zu veröffentlichen. Sie werden etwas ungeordnet erscheinen, das tut mir jetzt schon Leid, aber ich wollte mir nicht noch mehr Mühe machen. Außerdem wird es nicht mehr viel Grundlegendes geben, sondern eher nur noch eine Dokumentation meiner letzten fünf Tage beziehungsweise der letzten Zeit. Den Anfang macht dieser Eintrag über die Museumsnacht am 16. Mai 2009, also am Tag vor meiner Abreise. Das Lustige an der Sache ist, dass man für 200 Rubel (circa 5 Euro) eigentlich über 20 Museen besuchen konnte, wenn man nur wollte. Mascha, ihre Freundinnen und ich beschlossen also, in den Zoo zu gehen. Das war schon 21.00 Uhr. Wundert euch nicht, wenn die Bilder so hell erscheinen, es ging ja zielstrebig auf die Weißen Nächte (Белые Ночи) zu. Zu dem Zoo: auf nur 7 Hektar Fläche und zu einem Eintrittspreis von original 60 Rubel (1, 50 Euro) kann man natürlich nicht das Beste bieten und im Vergleich mit deutschen Zoos kann er wahrlich nicht mithalten, aber die nachfolgenden zwei Bilder habe ich wirklich nicht erwartet in einer Kulturstadt wie Sankt Petersburg.
Dass bei diesen Zuständen die sanitären Anlagen überhaupt geöffnet wurden, wunderte mich. Wie dem auch sei. Auch schönere Erlebnisse hatten wir:
Neben einem (!) Eisbär gab es auch einen (!) Tiger: die beiden Hauptattraktionen des Mini-Zoos.
Wer weitere Eindrücke vom Zoo gewinnen möchte, sei hierauf verwiesen: http://www.spbzoo.ru/!

Danach zogen wir weiter durch die Stadt. Auf dem Weg auf das andere Ufer und damit ins центр (Zentrum) wurden wir von ohrenbetäubendem Lärm und einem atemberaubenden Panorama überrascht: ein spitzenmäßiges Feuerwerk auf einer der Newa-Inseln. Unglaublich! Eine knappe Viertelstunde lang und vor dem Panorama der Eremitage natürlich super.
Wir irrten durch die Stadt und wollten eigentlich noch weitere Museen beziehungsweise Ausstellungen finden, die wir hätten besuchen können. Shuttlelinien durch die Stadt wurden zwar eingerichtet, waren aber so überfordert mit den Tausenden Fahrgästen, dass das eigentlich auch keine sinnvolle Lösung war. Aus Langeweile vor lauter Warten und sinnlosem Hin- und Herwandern in der Metropole schoss ich also auch dieses Bild, es war 0.36 Uhr.
0.50 Uhr am provisorischen "Busbahnhof", wo sich alle außerordentlichen Buslinien der Nacht trafen:
Ein für mich sehr schönes Bild, das mich eigentlich eher an New York City oder andere amerikanische Städte mitten in der Nacht erinnert als an Russland. 2.22 Uhr.
Und schließlich hatte ich doch noch ein etwas spannenderes Erlebnis in der Nacht: die geöffnete Newa-Brücken. Was mich erstaunte, war, dass ein unglaublicher Verkehr herrschte! Alle zwei Minuten ein bis zum Rand gefüllter Frachter fuhr durch die ganze Innenstadt. Zeit: 3.18 Uhr. PS: Ernährt habe ich mich von zu Hause geschmierten бутерброды (belegten Schnitten) und Cola, soweit ich das noch weiß ;).
3.23 Uhr. Verschnaufpause dauert weiter an. Direkt in der Umgebung des Schlossplatzes mit der Eremitage und dem Generalstabsgebäude. Die Mädchen waren ziemlich geschafft, bei dem ungünstigen Schuhwerk auch kein Wunder. Aber auch und besonders (!) in Russland gilt: wer schön sein will, muss leiden.
Wie gesagt, direkt in der Umgebung der Eremitage. Jetzt: langsames In-Richtung-Newskij-Prospekt-Schlendern. 3.49 Uhr.
Schließlich entschieden wir uns dafür, zu McDonald's zu gehen und die Zeit bis zur Metro-Öffnung (gegen 5.45 Uhr) abzuwarten und uns mit Fast-Food vollzustopfen. Unsere Pläne wurden durchkreuzt von McDonald's' Öffnungszeiten: sie hatten eine Stunden am Tag geschlossen, um zu reinigen und das war natürlich immer mal wannanders. An diesem Tag eben gerade dann, als wir ankamen ... Pech! OK, bleibt immer noch Subway übrig: geschlossen. Gut, was jetzt? Irgendein No Name-Club in der Nähe der Kasaner Kathedrale tut's auch. Alles klar, der hatte geöffnet, auch noch recht angenehme Preise. Nun hieß es: warten. Alle recht schweigsam, da müde. Die Zeit ging vorüber, verschiedene Getränke und Speisen suchten und fanden den Weg in unsere Verdauungstrakte. Alles klar. 5.10 Uhr. Draußen ist es eiskalt, für mich ein recht ungewohnt kalter Mai: erinnert mich im Nachhinein an die Nacht vom Hangfest ;). Eine Freundin hinterließen wir schon mal bei den Trolleybussen, die natürlich auch prompt kamen. Hieß es für uns also nur noch, eine halbe Stunde abzuwarten ... Währenddessen knipste ich Dutzende Bilder nach dem Motto "Morgenstimmung in Sankt Petersburg". Wunderbar rosa Himmel, tausende Menschen, aber auch Autos. Unglaublich, was an einem Sonntag (!) in dieser Stadt zu dieser Uhrzeit (!) schon los war.
5.30 Uhr. Ein Penner schläft direkt vor den Gittern der geschlossenen Metro-Station. Wir vertreten uns die Beine, um Müdigkeit und Kälte vorzubeugen.
Schließlich öffnet die Metro. Wir fahren schleunigst nach Hause und hauen uns ein für zwei Stunden aufs Ohr. Der Tag ist, wie das Wort so passenderweise beschreibt, schon taghell.

(Fortsetzung folgt)

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2 Kommentare:

Am/um 17.08.2009, 14:28:00 , Anonymous Anonym meinte...

coole bilder :) freu mich schon auf den rest. ;) aber da bin ich ja dann wahrscheinlich gar nicht mehr in good old germany...

 
Am/um 17.08.2009, 14:48:00 , Blogger Rico Dittrich meinte...

kommt drauf an, wie ich es schaffe. den teil in sankt petersburg sollte ich bis morgen abend fertig haben. aber ich werde auch noch über maschas aufenthalt in deutschland berichten. das könnte noch ein paar tage dauern. aber ich möchte mit dem nächsten wochenende fertig sein :)

 

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